dann halt über mich. Mich und mein Leben

Was ich mit diesem Blog anfangen wollte wusst ich ja noch nie so recht. Jetzt, wo ich einsam müde und alleine in der Provinz sitze, fällt es mir wie Schuppen aus dem Haar:

Ich schreib über mich. Mich und mein neues kleines Leben. Und darüber wie ichs vermasselt habe.

Zuallererst: Chirurgin. Assistenzärztin in der Unfallchirurgie. Brillianter Einfall. Dämliche Idee.

Hier also Kapitel 1 meines Buches "wie mans vermasselt"

 

Chirurgen.
Chirurgen sind besonders. Sie haben immer recht. Und davon viel. Ihre Ideen sind immer die besten. Und diese Ideen hatten sie immer schon von Anfang an. Sie machen keine Fehler.
Sie zweifeln nie. Und sie zögern nie. Sie haben nie keine Lust mehr. Es geht immer noch was.

Es gibt nur immer und nie und nichts dazwischen. Es gibt schwarz und weiß-und weiß ist der Feind.

Ich weiß also nicht so recht, wie ich auf das schmale Brett komm, ich würde da rein passen.

Ich zweifle STÄNDIG und am liebsten an mir. Ich such gerne Fehler, auch bei mir. Ich mag Nebel, weil er nicht schwarz und nicht weiß ist. Ich mag die Dunkelheit nicht, weil sie so schwarz ist. Ich finde meine Ideen immer nur für den Moment gut. Ich finde man kann alles meist mit der Zeit verbessern.

Ich werd das Gefühl nicht los, ich bin da fehl am Platz.

Glücklicherweise bin ich dafür alleine in die Provinz gezogen. Cleverer Plan. Da kann ich SUPER noch schnell bei wem vorbei und mich ausweinen.

AHHHHHH, das Leben ist voller cleverer Pläne, und ich hab da ein Nest von.

Als nächstes folgt Kapitel 2: wie man sich unbeliebt macht

1 Kommentar 7.4.09 20:24, kommentieren

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Ich hätte nie gedacht, dass es so schwierig ist, eine Seite umzublättern.

Ist es aber. Zumindest in meinem ganz persönlich privaten Buch.

Ich hab das Gefühl, das Examen war schon vor 3 Jahren. Oder erst gestern. Oder ist erst noch-irgendwann. Jedenfalls fühl ich mich grade bleischwer.

Die letzten Wochen hab ich gedacht, es ist, weil ich meinen Liebsten ziehen lassen musste. Der Prinz geht und die Prinzessin (ich) muss alleine gegen die vielen feindlichen Erbsen ankämpfen.

Es war meine eigene Entscheidung, nicht mitauszuwandern. Im Grunde meines Herzens hab ich das von Anfang an gewusst. Ich hab nur ne Weile gebraucht, um soviel Mut aufzubringen, das auch durchzuziehen. Und seitdem frag ich mich warum. 

Ich bin eine starke selbständige und unabhängige Frau, war ich jedenfalls mal. Bin ich immer weniger geworden. Werde ich aber genau so wieder werden. Ich frag mich bloß, ob das der einzige Weg war.

Und dann ging alles ganz schnell; mein Bauch hat ganz kurz entschlossen diesen Job angenommen, und jetzt bin ich im Zeitdruck. Seite um Seite zu schreiben (meine Doktorarbeit) und umzublättern (mein Leben). Heute hab ich eine Seite geschrieben- und ich fühl mich völlig gerädert.

MAl sehen wie es morgen wird.

***

 

3.2.09 18:41, kommentieren

Sie fliegen wieder

Als ich noch klein war, da hab ich nachmittags immer mit meiner Mama ferngeschaut. Da kamen auch noch tolle Sachen: MacGyver, Bonanza, Hart aber herzlich, UND the flying doctors (böse Menschen könnten jetzt über mein Alter spekulieren).

Und jetzt? Jetzt bin ich Arzt. Noch kein Doktor, aber Arzt. Und das bedeutet: sie fliegen wieder. Jedenfalls ich.

Wohin? Ich weiß noch nicht so genau. Aber es ist irgendwie ein bisschen spannend. Ist ein wenig einsam in luftiger Höhe, ich hab halt auch so viele am Boden zurückgelassen, aber die Aussicht ist ganz nett.

Alles sehr übersichtlich und geordnet. Aber furchtbar weit weg eben.

Außerdem, aber psssst, nicht weitersagen: eigentlich hab ich Höhenangst. Deswegen ist das Fliegen für mich ja so spannend: ich laufe los, stoße mit dem Bäuchlein an (jaaaaaaaaaaaaaa, an welchen alten Disneyfilm denken wir?!) und dann, kurz bevors unangenehm wird, ein kleiner Hüpfer- und schon bin ich in der Luft. Ziel: erst mal zweitrangig, ach, was sag ich: NEBENSÄCHLICH. Hauptsache abgehoben.

Nur: wie komm ich runter, und vor allem: wo??

Derzeit nur 2 Ziele auf den Radarschirm gepinnt, sehr zur Verwunderung des Bodenpersonals. Aber nu, Ihr Käpt´n fliegt Sie, also lehnen Sie sich zurück und genießen Sie die Reise. 

Bedeutet für mich: auch wenn ich grün bin im Gesicht und am liebsten ganz schnell wieder auf den sicheren Boden zurückwollen würde, ich bin Ihr Käpt´n und kann daher von Berufs wegen leider nicht da bleiben wo ich bin.

Ich muss fliegen.

 

1 Kommentar 14.1.09 17:24, kommentieren

Examen gewurschtelt, Rede in progress

Schriftliches Examen is rum. Schon ewig. 3 Wochen oder so. Letztes Jahrhundert quasi. Und es lief naja.

Was mich eigentlich daran stört, ist das, was man getrost als die Crux meines gesamten aktuellen Daseins begreifen könnte: Ich hatte ein Nervenproblem. Nicht allein versteht sich, aber ich sag mal, die entscheidenden 4%, die mich in den Brei der Masse fallen ließen, die hätten nicht sein müssen. Aber jetzt muss ich dazu stehen: ich bin Eintopf. Aber vielleicht kann ich das Würstchen im Eintopf sein, es ist ja noch Mündliches. Aber, hey: realistisch betrachtet bin ich vielleicht einfach ne Karotte, weil für ein Würstchen fehlt mir noch ne Menge.

Der Rest der Speisekarte verhält sich gerade ähnlich: ich sortiere so wild meine Bewerbungsunterlagen zusammen und hoffe inständig, dass mir derweil die erleuchtung kommt, an wen ich welche wunderbaren und überzeugenden Wort richten soll, die da sagen: Nimm mich. ich bin anders als die anderen. Auf eine wundervolle Art anders. Du hast nur auf einen Rohdiamanten wie mich gewartet.

Leider ist bisher eine solche Eingebung ausgeblieben.

Und genau in diesem Moment, da fehlt was. Jemand zum ungehemmt blödeln, zum fiesen Lästern über die Lerngruppe, zum realitätsfernen Aufbau von Selbstbewusstsein. Andere Frauen haben dafür eine Ilse, oder eine Gabi. Ich hatte immer einen H. Man beachte die Vergangenheitsform, was bedeutet: es ist erloschen, dieses Feuer der Freude. 

Mein bester Freund ist nämlich ausgewandert, und zwar in die californische Sonne. Kann man rein meteorologisch verstehen.  Dieser Fall hingegen ist weit komplizierter: erwollte weg. neu anfangen. Das große Glück finden und den alten Morast hinter sich lassen. Nur war mir bisher nicht klar, dass ich ebenfalls zu diesem Morast gehöre. Oder warum ruft er nicht mehr zurück?

Es bleibt also vorerst bei dieser Quintessenz: das Leben ist eine riesige Suppenschüssel. Und ich bin ein Stück Schwein in Naturdarm.

 

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1 Kommentar 11.11.08 17:38, kommentieren

Here I go again

tattaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa....

Da bin ich nun also.

Ein eigenesWeblog nur für mich.

Ich: Ich hatte grade Geburtstag. Meinen 25. Weil ich seit dem irgendwie aufgehört habe mitzuzählen und immer, wenn mich wer kalt erwischt und nach meinem Alter fragt nachrechnen muss. Also versprochen: bevors albern wird, hör ich auf damit, ich schätze das ist so mit 30 der Fall.

Was gibts jetzt also zu bloggen, ein bisschen Ernst bitte, wir sind hier ja nicht zum Spaß: Ich hatte also grade Geburtstag, und es war irgendwie der seltsamste Geburtstag meines Lebens. Und ich hatte schon sehr seltsame Geburtstage. Hab mich an meinem Geburtstag nach jahrelangem auf und ab von meinem Freund getrennt. Und gleich mal ne Party geschmissen. Hab ihn verleugnet (meinen Geburtstag). Naja und jetzt also: ich hab Examen. 4 Tage nach meinem Geburtstag.

Was am Examen so wichtig ist: ich werd Arzt. Und für alle, die es nicht kennen: Im Rahmen der Arztausbildung betreibt man 6 Jahre lang hauptsächlich eins: Charakterbildung. Durch Parties, den Wettbewerb wieviel-dämliche-multiple-choice-fragen-klausuren-kann-ich-in-5-tagen-schreiben.

Großartig. Und dann, nach 6 Jahren heißt es: wir bilden einen Stuhlkreis. Und malen ein Bild von diesen 6 Jahren. In 320 Fragen. Sehr seltsam. Und dann liebe Eleven, geht hin und seid Arzt. Irgendeiner, irgendwo, irgendwie. Das ist ein sehr verwirrender Zustand. Eine verwirrende Aussicht. Als ob man morgens aufsteht, und ins BAd tapert um aufs Klo zu gehen und plötzlich steht da George Clooney und putzt sich die Zähne. In Häschenunterhosen und mit ohne Haare. Ungefähr so. Und dann kommt sie, die große Frage: was wollte ich noch mal mit meinem Leben anfangen? Und wie sich diese Ansichten verändert haben, was mein bester Freund und was Bier mit diesen Fragen zu tun habt, das verrat ich euch. In meinem Blog

 

 

Kiss my audience 

2 Kommentare 12.10.08 18:20, kommentieren