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Examen gewurschtelt, Rede in progress

Schriftliches Examen is rum. Schon ewig. 3 Wochen oder so. Letztes Jahrhundert quasi. Und es lief naja.

Was mich eigentlich daran stört, ist das, was man getrost als die Crux meines gesamten aktuellen Daseins begreifen könnte: Ich hatte ein Nervenproblem. Nicht allein versteht sich, aber ich sag mal, die entscheidenden 4%, die mich in den Brei der Masse fallen ließen, die hätten nicht sein müssen. Aber jetzt muss ich dazu stehen: ich bin Eintopf. Aber vielleicht kann ich das Würstchen im Eintopf sein, es ist ja noch Mündliches. Aber, hey: realistisch betrachtet bin ich vielleicht einfach ne Karotte, weil für ein Würstchen fehlt mir noch ne Menge.

Der Rest der Speisekarte verhält sich gerade ähnlich: ich sortiere so wild meine Bewerbungsunterlagen zusammen und hoffe inständig, dass mir derweil die erleuchtung kommt, an wen ich welche wunderbaren und überzeugenden Wort richten soll, die da sagen: Nimm mich. ich bin anders als die anderen. Auf eine wundervolle Art anders. Du hast nur auf einen Rohdiamanten wie mich gewartet.

Leider ist bisher eine solche Eingebung ausgeblieben.

Und genau in diesem Moment, da fehlt was. Jemand zum ungehemmt blödeln, zum fiesen Lästern über die Lerngruppe, zum realitätsfernen Aufbau von Selbstbewusstsein. Andere Frauen haben dafür eine Ilse, oder eine Gabi. Ich hatte immer einen H. Man beachte die Vergangenheitsform, was bedeutet: es ist erloschen, dieses Feuer der Freude. 

Mein bester Freund ist nämlich ausgewandert, und zwar in die californische Sonne. Kann man rein meteorologisch verstehen.  Dieser Fall hingegen ist weit komplizierter: erwollte weg. neu anfangen. Das große Glück finden und den alten Morast hinter sich lassen. Nur war mir bisher nicht klar, dass ich ebenfalls zu diesem Morast gehöre. Oder warum ruft er nicht mehr zurück?

Es bleibt also vorerst bei dieser Quintessenz: das Leben ist eine riesige Suppenschüssel. Und ich bin ein Stück Schwein in Naturdarm.

 

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1 Kommentar 11.11.08 17:38, kommentieren